Unsere Einstellerin Regina berichtet…

Hallo, ich bin Regina. Mein 8-jähriger Isländer-Wallach Ganti ist vor einigen Wochen auf den Heide-Trail Dolle gezogen. Ich möchte euch von Gantis Ankunft und den ersten 30 Tagen im neuen Zuhause erzählen. Um es vorweg zu nehmen: alles lief super-easy mit dem Isi.

Der Name Ganti bedeutet so viel wie Schelm oder Spaßvogel. Ich finde, der Name passt bestens zu ihm. Er ist freundlich, überaus neugierig und ziemlich unerschrocken. Gemeinsam sind wir viel im Gelände unterwegs – sowohl allein, als auch in der Gruppe. Wir sind seit ca. 2 ½ Jahren ein Team und Ganti ist die Erfüllung meines Kindheitstraumes und mein absolutes Herzenspferd.

Ganti stand zuvor in einer kleinen Wallachherde im Offenstall und ausschließlich mit Isländern zusammen. Natürlich fragt man sich als Islandpferdebesitzer so manche Frage:

  • Ob es schlau ist aus einer Wallach-Gruppe in eine gemischte Herde zu wechseln?
  • Ob ein Isi nur mit anderen Isis glücklich sein kann?
  • Ob er direkt Anschluss finden wird?

Doch als ich mir den Heide-Trail Dolle zum ersten Mal angeschaut habe, hatte ich sofort ein gutes Gefühl. Verena nahm sich sehr viel Zeit für mich und meine vielen Fragen. Am Ende unseres Gesprächs war ich mir ziemlich sicher – hier können Mensch und Tier glücklich sein. Schon zwei Tage später stand mein Plan, der Vertrag war unterschrieben und ein Einzugstermin vereinbart.

Hallo, hier bin ich!

Als wir am Umzugstag gegen Mittag in Dolle ankamen, war schon alles für Gantis Empfang vorbereitet. Ein an den Trail angrenzendes größeres Areal mit Unterstand war mit reichlich frischem Heu und Wasser ausgestattet und Ganti schaute sich interessiert und etwas aufgeregt um. Es dauerte nicht lange und die ganze Herde versammelte sich am Zaun, um den schokobraunen Neuankömmling mit der wuscheligen Mähne einmal aus der Nähe zu betrachten. Wer kann da an Fressen denken? Ganti lief also eiligst zum Zaun und beschnüffelte jede einzelne Pferdenase, die sich ihm entgegenstreckte. Dazu wurden auch schon mal Hufe kräftig auf den Boden gestampft, laut gequietscht oder bedrohlich die Ohren angelegt. Schließlich will man ja von Anfang an ernst genommen werden. Es gab aber auch spontane Sympathiebekundungen, vor allem von den Stuten.

Wir Menschen nutzten die Zeit ebenfalls dafür, uns bekannt zu machen und beobachteten vom gemütlichen Reiterstübchen aus alles, ohne die Pferde zu stören. So verging der Nachmittag wie im Fluge.

Die Herde hatte sich längst wieder Richtung Futterstellen davongemacht. Vor Anbruch des Abends beschlossen wir, Raya – die Stute unserer Gastgeber – zu Ganti zu stellen. Sie fand Ganti von Anfang an sympathisch und unser Plan ging auf. Kurze Zeit später standen Raya und Ganti einträchtig beisammen am Heuhaufen und mümmelten vor sich hin. Ein aufregender erster Tag neigte sich seinem Ende.

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Ganti & die Eingemeindung

Raya und Ganti blieben auch die nächsten Tage zusammen auf dem separaten Paddock. Ich war jeden Tag vor Ort und zeigte Ganti den Putzplatz, den überdachten Reitplatz und wir unternahmen zusammen sogar schon einen kleinen Spaziergang in die nähere Umgebung. Ganti war immer noch sehr aufgeregt und ich nahm mir vor, alles mit sehr viel Ruhe und Gelassenheit anzugehen und ihm viel Zeit zu geben, um im neuen Zuhause anzukommen.

Ganti hatte aber etwas andere Pläne. Offensichtlich wollte er doch lieber bei den anderen Pferden sein und hatte kurzerhand Tatsachen geschaffen – er hat sich einfach selbst eingegliedert und einen Weg durch die Zäune zu den anderen Pferden geschaffen. Natürlich durfte er zunächst nicht mit an die Fressplätze und wurde von den anderen Pferden rigoros verjagt. So spazierte er allein auf dem Trail, wälzte sich ein paar Mal und wusste wohl nicht so richtig, was er mit seiner neu erlangten Freiheit anfangen sollte.

Eine neue Freundin

Dann löste sich Erle – eine kleine weiße Ponystute – aus der Herde und schlenderte zu Ganti hinüber. Die beiden beschnupperten sich ausgiebig und spazierten dann gemeinsam weiter den Trail entlang. Seitdem sind die beiden einfach unzertrennlich.

Am Ende der ersten Woche wagten wir zusammen mit Ganti und Ponyfreundin Erle einen längeren Spaziergang in das wunderschöne Gelände um Dolle. Für Ganti war alles immer noch sehr aufregend, aber nach einer Weile konnte er sich dann doch darauf einlassen und schenkte mir seine Aufmerksamkeit.

Ganti & die Damen

Mein Ziel für die nächsten Tage war, Ganti mit dem Reitplatz vertraut zu machen und zur konzentrierten und gelassenen Bodenarbeit zurück zu finden.

Zu dem Heide-Trail gehört ein sehr schöner, überdachter Reitplatz und wir können Wetter-unabhängig mit unseren Pferden trainieren. Die ersten Male auf dem Platz war Ganti sehr beunruhigt und aufgeregt; das merkte ich an seiner gespannten Körperhaltung und am Prusten. Mit einfachen vertrauten Führübungen im Schritt mit Halt und diversen Bahnfiguren wollte ich ihm zunächst etwas mehr Sicherheit vermitteln. Das klappte ziemlich schnell sehr gut, allerdings „klebte“ Ganti am Anfang doch noch sehr an mir. Erste Versuche, ihn zu longieren, scheiterten zunächst, da er ohne mich an seiner Seite keinen Schritt vorwärtsging.

Zurück auf dem Trail wurde Ganti schon von seinem „Stuten-Fanclub“ erwartet. Offensichtlich kam er besonders bei seinen Mitbewohnerinnen extrem gut an – so gut, dass er zwischenzeitlich glaubte, er müsse den wilden Hengst geben und die Stuten versuchen zu decken. Aber das hat sich glücklicherweise ganz schnell wieder von selbst erledigt. Mit Gantis guten Beziehungen zu den Stuten kehrte aber auch mehr und mehr Ruhe in die ganze Herde ein.

Eines Tages kam ich zum Trail, um ihn abzuholen und fand ihn friedlich liegend und schlummernd im Kreise „seiner“ um ihn herumstehenden Stuten – wirklich süß. Da schlägt das Pferdebesitzerherz gleich höher.

Total relaxed

Inzwischen sind fast 8 Wochen seit unserer Ankunft im Heide-Trail Dolle vergangen. Ganti ist in seinem neuen Zuhause angekommen. Er hat seinen selbstverständlichen Fressplatz am Heu im Kreise der anderen Pferde gefunden und tollt mit ihnen über die Anlage. Er fühlt sich wohl und geborgen in seiner neuen Herde.

Warum ich mir da so sicher bin? Als ich letztens am Hof ankam und ihn zum Training abholen wollte, lag er mit ausgestreckten Beinen auf der Seite und hat geschlafen. Dieser Anblick hat mich sehr gerührt. Irgendwann hat er wohl meine Anwesenheit gespürt und sich etwas aufgerichtet. Ich bin langsam zu ihm hingegangen und wir haben diesen friedlichen Moment gemeinsam genossen. Es war einfach nur schön.

Dankeschön

Ich hätte nicht gedacht, dass Ganti sich so schnell und unkompliziert integriert. Ich bin sehr dankbar, dass sich – bei aller (vorübergehenden) Aufregung – kein Pferd verletzt hat. Ich freue mich, Ganti wieder fröhlich und entspannt im Kreis seiner neuen Freunde zu sehen. Bald werde ich Ganti auch wieder reiten und wir werden gemeinsam die schöne Umgebung erkunden. Darauf freue ich mich schon sehr.

Ein herzliches Dankeschön geht an alle, die Ganti und mich beim Umzug und in der Zeit danach moralisch und tatkräftig unterstützt haben; insbesondere an Thomas, Uta, Michael, Judith sowie Verena und Michael vom Heide-Trail Dolle.

Vielen Dank auch an die Gemeinschaft der Einsteller für den überaus freundlichen Empfang, die netten Gespräche, eure Hilfe und Geduld.

Ganti & Regina

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